Kinderzahnheilkunde

Zum Wohl Ihres Kindes

Im Gegensatz zur häufig vorherrschenden Überbehandlung in der Kinderzahnheilkunde propagiere ich eine Behandlung, die sich auf das Wesentliche und Notwendige beschränkt. Internationale Studien belegen diesen Ansatz. Eine kindgerechte Ansprache und eine nahezu beschwerdefreie Behandlung haben zum Ziel, dass das Kind gerne in die Praxis geht und daher auch als Erwachsener eine regelmäßige Vorsorge als selbstverständlich ansieht. Wir streben an, Schäden  zu vermeiden und den Behandlungsbedarf so gering wie möglich zu halten.

Ab wann sollten Sie mit Ihrem Kind zum Zahnarzt gehen?

Die erste Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt empfehlen wir bereits nach dem Durchbruch der ersten Zähne. So kann sich Ihr Kind an die Situation beim Zahnarzt gewöhnen und kleine Behandlungen können zeitnah durchgeführt werden, bevor größere Schäden entstehen. Der zweite Vorsorgetermin wird zwischen dem 16. bis 18. Lebensmonat empfohlen, wenn die ersten Milchbackenzähne durch das Zahnfleisch gebrochen sind. Wenn das Milchzahngebiss komplett ist, ca. im 30. Lebensmonat, steht der dritte Vorsorgetermin an. Danach sollten die Zähne alle 6 Monate vom Zahnarzt kontrolliert werden. Je häufiger Ihr Kind seine „positive Erfahrung“ vom Zahnarzt mitnimmt, desto weniger macht ihm ein Zahnarztbesuch aus. Das ist Grundlage einer guten Gesundheitserziehung und Kinderzahnheilkunde.

Sollten Milchzähne besonders beachtet werden?

Die Annahme, dass Milchzähne nicht besonders beachtet werden müssten, ist falsch. Die bleibenden „zweiten“ Zähne ersetzen diese zwar nach wenigen Jahren, aber ein gesundes Milchgebiss ist die Grundlage für gesunde bleibende Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann negative Folgen haben, z. B. einen fehlgelagerten Durchbruch der bleibenden Zähne. Haben Kleinkinder schon Milchzahnkaries, dann besteht für sie auch künftig ein erhöhtes Kariesrisiko. Dann ist es ratsam, neben einer schnellen und gründlichen Behandlung auch intensive Prophylaxemaßnahmen zu ergreifen. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten.

Sollten die Zähne versiegelt werden?

Neu durchgebrochene Zähne sind besonders kariesgefährdet, weil sich auf der Kaufläche tiefe „Fissuren“ (Rillen) befinden, in denen sich leicht Kariesbakterien ansiedeln können. Besonders bei großen Mahlzähnen (Molaren) ist eine Versiegelung der Rillen auf den Kauflächen empfehlenswert.

Zähne putzen – wann damit beginnen?

Mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes besteht die Gefahr, dass sich an den Zähnen Karies bildet. Solange die Kinder noch klein sind, müssen die Eltern die Zahnpflege ihres Kindes übernehmen. Sie sollten ihr Kind von Anfang an daran gewöhnen, dass das Zähneputzen zum Alltag gehört. Trotz frühkindlicher Gabe von Fluoridtabletten sollten Sie schon ab dem ersten Zahn mit einer speziellen Kinder- oder Babyzahnbürste putzen. Am besten reinigen Sie jeden Abend vor dem Schlafen (evtl. auch morgens nach der Morgenmilch) Ihrem Kind die Zähne. Auch wenn Kinder ihre Zähne schließlich selber putzen, sollte das bis zum Alter von 6 Jahren von den Eltern nachkontrolliert werden.

Wie sollte eine Kinderzahnbürste aussehen?

Eine Kinderzahnbürste muss einen kleinen und schmalen Kopf mit weichen Borsten haben. Der Griff sollte, sobald die Kinder selbst ihre Zähne putzen, für die kleinen Hände gut zu greifen sein. Auf der Verpackung ist oft auch die Altersgruppe vermerkt, für die die Zahnbürste geeignet ist.

Wie sollte die Zahnbürste eingesetzt werden?

Die Bürstenfläche sollte immer senkrecht vom Zahnfleisch zum Zahn geführt werden. Dabei nicht zu fest aufdrücken und auch nicht horizontal „schrubben“, um den Zahnfleischsaum nicht zu verletzen. Die Kauflächen werden durch kreisförmige Bewegungen gereinigt.  Ratsam ist es, die Zahnbürste alle drei Monate gegen eine neue auszutauschen.

Welche Zahnpasta ist gut für Kinder?

Für Kinder unter 2 Jahren wird gar keine oder evtl. eine fluoridfreie Zahnpasta verwendet. Ab 2 Jahren, wenn das Kind gelernt hat, die Zahnpasta auszuspucken und nicht mehr zu schlucken,  kann eine altersgerechte, fluoridreduzierte Kinderzahnpasta verwendet werden. Erst ab ca. 6 Jahren kommt eine Zahnpasta, die auch Erwachsene benutzen,  für Kinder infrage.

Momentane Empfehlungen in der Kinderzahnheilkunde für Fluoride

Es hat sich herausgestellt und es wird momentan empfohlen, dass Zahnärzte keine Fluorid-Tabletten verordnen sollen, da für den Zahnschutz eine externe Versorgung mit Fluorid (Zahnpasta, Spülungen, Gels) effizienter ist. Eine Karies- und Rachitis-Prophylaxe wird von den Kinderärzten durchgeführt, wenn sie nach der Geburt Vitamin-D-Tabletten gemeinsam mit Fluorid verordnen.